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SchuldnerAtlas Osnabrück 2009
Wirtschaftslage im Osnabrücker Mittelstand - Frühjahr 2010
Konjunkturaufschwung - deutliche Aufhellung der Erwartungen
Osnabrück, 22.04.2010
Die Rezession ist abgehakt. Die mittelständischen Unternehmen im Raum Osnabrück blicken wieder zuversichtlich nach vorn. So steigt der Index der Geschäftserwartungen von 15,4 Punkten im Frühjahr 2009 um mehr als das Doppelte auf 36,2 Punkte in diesem Jahr. Auch ihre aktuelle Lage beurteilen die 250 befragten Unternehmen positiver als vor Jahresfrist. Der Index der Geschäftslage notiert mit 28,1 Punkten gut sechs Zähler über dem Vorjahreswert (22,0 Punkte). Die Einschätzungen der Unternehmen zu Geschäftslage und Geschäftserwartungen fließen in den Geschäftsklima-Index für die Region Osnabrück ein, der auf 32,1 Punkte steigt (Vorjahr: 18,7 Punkte). Damit ist die Stimmungslage in der Region nur wenig schlechter als der Durchschnitt des Weser-Ems-Gebietes (33,7 Punkte).
Die Umsatzzahlen der letzten Monate waren allerdings noch immer von der Wirtschaftskrise belastet. Knapp ein Drittel der regionalen Unternehmen (31,3 Prozent) musste ein Umsatzminus hinnehmen. Dieser Anteil ist gegenüber dem Frühjahr des Rezessionsjahres 2009, als 33,3 Prozent der Befragten von Umsatzrückgängen berichteten, nur leicht gesunken. Gut ein Fünftel der Unternehmen (20,7 Prozent; Vorjahr: 28,0 Prozent) konnte in den letzten Monaten Umsatzsteigerungen erzielen. Überdurchschnittlich stark unter Einbußen hatte das regionale Baugewerbe zu leiden. Wohl auch aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse musste fast jeder zweite Betrieb (47,4 Prozent) einen Umsatzrückgang verkraften.
Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen im Raum Osnabrück (62,2 Prozent) hielten ihren Personalbestand seit dem Herbst 2009 unverändert. 17,9 Prozent der Betriebe beschäftigen im Frühjahr 2010 mehr Mitarbeiter als vor einem halben Jahr, knapp jeder Fünfte (19,5 Prozent) musste Personal abbauen.
Optimistische Erwartungen – Mittelstand hält an Fachpersonal fest
Mit optimistischen Umsatzerwartungen gehen insbesondere die Dienstleistungsunternehmen in die Frühjahrs- und Sommermonate. 42,4 Prozent der befragten Firmen aus der Dienstleistungsbranche erwarten einen Umsatzanstieg. Zurückhaltender ist das Baugewerbe: Nur 28,9 Prozent rechnen mit Zuwächsen. Insgesamt ist der hiesige Mittelstand aber deutlich optimistischer als vor Jahresfrist. 34,1 Prozent der Unternehmen erwarten ein Umsatzplus (Vorjahr: 14,0 Prozent), während lediglich ein Zehntel der Befragten (9,8 Prozent; Vorjahr: 26,7 Prozent) Rückgänge befürchtet.
Auch die Investitions- und Einstellungsbereitschaft des Mittelstandes zieht wieder an. 46,3 Prozent der Unternehmen in der Region (Vorjahr: 42,7 Prozent) planen ein Investitionsvorhaben. Davon wird jeder Zweite (52,6 Prozent) Erweiterungsinvestitionen vornehmen. Personalaufstockungen planen 15,4 Prozent der Befragten. Die überwiegende Mehrzahl (75,6 Prozent) wird die Belegschaft konstant halten. Aufstockungen sind vor allem bei den Dienstleistungsunternehmen vorgesehen, von denen jeder Vierte (23,7 Prozent) zusätzliche Mitarbeiter einstellen wird. Im Bau gibt es dagegen kaum noch Personalbedarf.
Unternehmen spüren Finanzierungsrestriktionen
Ein Belastungsfaktor für die regionale Wirtschaft sind weiterhin die Finanzierungsbedingungen. Gut ein Viertel der Befragten (25,6 Prozent) berichtet von Verschärfungen bei der Kreditvergabe. Dabei muss ein Kreditnehmer vor allem höhere Sicherheiten stellen, um einen Kredit zu bekommen. Zudem prüfen die Banken die Anträge intensiver. Eine echte Kreditklemme für die Region ist aber nicht feststellbar. Die eigene Finanzkraft der Unternehmen leidet noch unter den Folgen der Wirtschaftskrise. So gelang es zuletzt nur jedem sechsten Mittelständler, den Gewinn auszuweiten und so Kapitalreserven zu bilden. Fast jeder Dritte (31,3 Prozent) litt unter Gewinneinbußen. Immerhin erwartet jedes vierte Unternehmen (24,4 Prozent) für die Zukunft Gewinnsteigerungen.
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