|
|
|
Startseite
News & Termine
Creditreform News
Lokale Nachrichten
Wirtschaftslage und Finanzierung im Frühjahr 2011
Wirtschaftsraum Weser-Ems Wirtschaftslage und Finanzierung im Frühjahr 2011
Wirtschaftsboom im Weser-Ems-Gebiet - Erwartungen weiterhin sehr optimistisch
Osnabrück, 05.05.2011
Die Unternehmen zwischen Weser und Ems profitieren von dem aktuell sehr freundlichen Konjunkturumfeld. Das spiegelt sich ihren Einschätzungen zur Geschäftslage wider, und in der Entwicklung von Umsätzen und Beschäftigtenzahlen. Alle Konjunkturindikatoren haben sich im Vergleich zum vergangenen Frühjahr deutlich verbessert. Gut die Hälfte der 933 Befragten (56,1 Prozent) spricht von einer guten Geschäftslage, nachdem dieser Anteil von einem Jahr nur 38,3 Prozent erreicht hatte. Besonders mittlere und große Unternehmen vergeben gute Noten. Lediglich eine Minderheit von 3,1 Prozent der befragten Unternehmen in der Region (Vorjahr: 7,7 Prozent) berichtet von einem schlechten Geschäftsverlauf.
Die gute Stimmung im Weser-Ems-Mittelstand passt zur Entwicklung der Umsatzzahlen. So verzeichnete jedes dritte Unternehmen (32,0 Prozent) in den letzten sechs Monaten eine Umsatzsteigerung. Bei der Umfrage im vergangenen Frühjahr hatte das nur jedes Sechste (16,8 Prozent) angegeben. Bei 18,0 Prozent der Unternehmen sind die Umsätze gesunken, nachdem dieser Anteilswert im Frühjahr 2010 noch bei 35,0 Prozent lag. Sowohl im Handel, hier vor allem im Großhandel, sowie im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Dienstleistungsbereich würden überwiegend steigende Umsatzangaben registriert. Im Handel gelang das 38,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 17,3 Prozent), im Verarbeitenden Gewerbe 35,7 Prozent (Vorjahr: 19,5 Prozent) und im Dienstleistungssektor 35,5 Prozent (Vorjahr: 19,9 Prozent). Besser als im Vorjahr wird die Umsatzlage auch von der Baubranche eingeschätzt. Immerhin jeder achte Betrieb (12,4 Prozent) konnte trotz des Winterhalbjahres den Umsatz ausweiten (Vorjahr: 9,0 Prozent).
Kräftiger Personalzuwachs in allen Bereichen
Der Wirtschaftsaufschwung sorgt für einen steigenden Arbeitskräftebedarf. Immerhin 27,1 Prozent der Befragten haben in den zurückliegenden Monaten die Mitarbeiterzahl aufgestockt, nur 11,1 Prozent haben Personal abgebaut. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2010 mussten 17,6 Prozent der Unternehmen Stellen streichen. 18,7 Prozent wiesen damals eine größere Belegschaft auf. Verstärkt haben sich die Unternehmen in der Region vor allem mit sozialversicherungspflichtigen Vollzeitkräften. Mini-Jobs und Teilzeit spielten nur eine untergeordnete Rolle. Wenn aufgestockt wurde, sind in jedem zweiten Betrieb (51,2 Prozent) zwischen zwei und fünf neue Arbeitsplätze entstanden, in 35,3 Prozent der Fälle eine Stelle. Bei 13,5 Prozent der Unternehmen wurden mehr als fünf neue Stellen eingerichtet.
Ein Mitarbeiterzuwachs ist in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen festzustellen. Den höchsten Anteil an Unternehmen mit aufgestocktem Personal findet sich im Verarbeitenden Gewerbe (29,9 Prozent) sowie im Dienstleistungssektor (29,7 Prozent). Auch am Bau sind per Saldo neue Jobs entstanden; jeder vierte Betrieb (23,2 Prozent) hat aufgestockt, so dass der Wirtschaftszweig anders als im Vorjahr einen positiven Beschäftigungsbeitrag leistet.
Optimistische Umsatzprognosen und rege Investitionsplanungen
Der Aufschwung dürfte aus Sicht der Unternehmen sobald nicht abreißen. Fast jeder Zweite (47,6 Prozent) erwartet steigende Umsätze. Damit haben die Optimisten ihren Anteil ausgebaut. Im Frühjahr 2010 hatten sich lediglich 34,8 Prozent der Befragten derart zuversichtlich geäußert. Mit einem Umsatzrückgang rechnen derzeit nur 6,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 13,8 Prozent).
In allen Wirtschaftszweigen sind die befragten Unternehmen mehrheitlich zuversichtlich, was die weitere Umsatzentwicklung betrifft. So rechnen im Verarbeitenden Gewerbe 52,0 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatzplus – vor allem der Maschinenbau und die Metall- und Elektrobranche boomen. Im Handel sind 48,6 Prozent der Befragten zuversichtlich, den Umsatz steigern zu können.
Die Personal- und Investitionsplanungen der Unternehmen runden das optimistische Konjunkturbild im Weser-Ems-Gebiet ab. Jedes vierte Unternehmen (25,3 Prozent) wird den Personalbestand in den kommenden Monaten aufstocken. Reduzieren wollen nur 4,1 Prozent der Befragten. Zuwächse beim Personal sind vor allem im Dienstleistungsgewerbe (27,5 Prozent der Befragten) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (27,0 Prozent) zu erwarten. Unterteilt nach Unternehmensgröße dürfte die meiste Beschäftigungsnachfrage von großen Mittelständlern ausgehen.
Jeder zweite Mittelständler in der Region (49,9 Prozent) hat Investitionen angekündigt, nachdem das im Vorjahr nur bei 47,5 Prozent der Befragten der Fall war. Dabei zeigen sich die Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (55,3 Prozent) sowie Dienstleister (43,8 Prozent) am investitionsfreudigsten.
Wieder mehr Finanzierungsspielraum – aber auch mehr Insolvenzen
Die Ertragslage des Mittelstandes hat sich merklich verbessert. Knapp ein Viertel der Unternehmen (24,2 Prozent) meldet Ertragssteigerungen, nachdem das im vergangenen Frühjahr nur jedem Siebten (14,7 Prozent) gelang. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der Unternehmen, die über Ertragseinbußen klagen; von einem Drittel auf noch 22,6 Prozent. Vor allem der Handel kräftigte seine Ertragsbasis.
Die Aussichten auf weitere Ertragssteigerungen sind gut. 40,5 Prozent der Befragten gehen in den kommenden Monaten von zunehmenden Gewinnen aus, während jeder Neunte (11,9 Prozent) mit sinkenden rechnet. Am pessimistischsten gibt sich in dieser Hinsicht der Bau.
Die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand ist auch im Rezessionsjahr 2009 gestiegen. Allerdings leiden weiterhin 22,3 Prozent der hiesigen Unternehmen unter Eigenkapitalmangel, da ihre Eigenkapitalquote weniger als zehn Prozent der Bilanzsumme ausmacht. Gefährdet in dieser Hinsicht sind vor allem Betriebe aus dem Baugewerbe, wo 31,3 Prozent als schwach kapitalisiert gelten.
Anders als in der Bundesrepublik als Ganzes sind die Insolvenzzahlen im Weser-Ems-Gebiet 2010 leicht gestiegen. 1.110 Unternehmensinsolvenzen wurden verzeichnet – ein Plus von 3,2 Prozent zum Vorjahr. Dabei hat vor allem der Dienstleistungssektor seinen Anteil am Insolvenzgeschehen ausgebaut. 2010 entfielen 53,2 Prozent aller gemeldeten Fälle auf diesen Wirtschaftszweig. Zudem stieg hier die Zahl der Insolvenzen überdurchschnittlich stark (plus 9,9 Prozent gegenüber 2009). Deutliche Rückgänge gab es dagegen im Handel (minus 9,0 Prozent). Mehr als drei Viertel der verzeichneten Insolvenzen sind Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten.
Der Mangel an Fachkräften ist auch für den regionalen Mittelstand ein Thema. Immerhin 28,7 Prozent der Befragten konnten zuletzt offene Stellen im Unternehmen nicht besetzen. Besonders Facharbeiter und Angestellte für qualifizierte Tätigkeiten konnten die Unternehmen nicht finden. Als Hauptgründe werden fehlende Bewerber oder keine geeigneten Bewerber angegeben.
|
|
|