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SchuldnerAtlas Osnabrück 2008
Creditreform SchuldnerAtlas Osnabrück 2008
Weniger überschuldete Privatpersonen in Osnabrück
Osnabrück, 11.11.2008
8,85 Prozent der Bewohner in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück gelten zum Stichtag 1. Oktober 2008 als überschuldet – das ist eines der Ergebnisse des Creditreform SchuldnerAtlas 2008. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um knapp einen halben Prozentpunkt (2007: 9,31 Prozent). Für die Bundesrepublik insgesamt ergibt sich 2008 eine Schuldnerquote von 10,11 Prozent (Vorjahr: 10,89 Prozent).
Ein wesentlicher Grund für die gesunkene Verschuldungshäufigkeit: Durch den zurückliegenden konjunkturellen Aufschwung und besseren Beschäftigungsmöglichkeiten waren viele ehemalige Schuldner in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und Schulden abzubauen. So gab es zuletzt eine leicht sinkende Zahl von Privatinsolvenzen. Gleichwohl bleibt die Verschuldungshäufigkeit auch 2008 höher als 2004, dem ersten Jahr der Creditreform Schuldneranalyse (2004: 9,62 Prozent).
Tops und Flops
Nach wie vor gibt es erhebliche Unterschiede in der Schuldnerquote zwischen ländlichen Gebieten auf der einen und Ballungszentren auf der anderen Seite. Die niedrigsten Schuldnerquoten in der Region weist die Ortschaft Volthage (4,86 Prozent) auf, die zur Samtgemeinde Neuenkirchen gehört.
Beträchtlich höher ist die Verschuldungshäufigkeit in den größeren Städten. Die meisten überschuldeten Personen leben in Osnabrück. Je nach Stadtgebiet sind hier bis zu 16,17 Prozent der Bewohner betroffen. Gleichzeitig gibt es in Osnabrück eine sehr große Spanne der Schuldnerquoten. Das Spektrum reicht hier von 7,37 bis 16,17 Prozent. Trotz der weiterhin hohen Schuldnerdichte in der Stadt sind deutlich weniger Personen als im Vorjahr von der Überschuldung betroffen. Im kritischsten Stadtteil ging die Schuldnerquote
um mehr als einen Prozentpunkt zurück.
Wiederanstieg droht
Zu befürchten ist, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird, die auf dem Wiederanstieg der Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen basieren wird. Hauptausgangspunkt der weiteren Überschuldungsentwicklung sind die konjunkturellen Folge- und Nebenwirkungen der globalen Finanzkrise. Der Vertrauensverlust im Finanz- und Wirtschaftssystem, die damit einhergehende Kreditzurückhaltung der Banken und der zu erwartende Konsumverzicht von Verbrauchern werden 2009 zu einem deutlichen
Rückgang der BIP-Wachstumsraten und damit zu einem Stillstand beim Abbau der Arbeitslosigkeit führen. Die Folge: Die Überschuldung der Verbraucher dürfte wieder steigen.
Schuldnerquoten im Vergleich (in %)
| |
2007 |
2008 |
Änderung (in Punkten) |
| Osnabrück |
9,31 |
8,85 |
-0,46 |
| Nordhorn |
7,46 |
7,11 |
-0,35 |
| Leer |
11,46 |
10,42 |
-1,04 |
| Oldenburg |
12,09 |
11,55 |
-0,54 |
| Weser-Ems |
10,61 |
9,94 |
-0,67 |
| Niedersachsen |
11,39 |
10,62 |
-0,77 |
| Deutschland |
10,85 |
10,11 |
-0,74 |
Zitat zum
aktuellen SchuldnerAtlas von Rolf Unger, Geschäftsführer, Creditreform Osnabrück:
"Der zu Ende gehende Aufschwung wirkt sich spät, aber doch noch positiv auf die Verschuldungsproblematik in der Region aus. Die Stadt Osnabrück und das Umland verzeichnen 2008 merklich rückläufige Schuldnerquoten. Die Schuldnerhäufigkeit ist damit erneut geringer als im gesamtdeutschen Durchschnitt. Zu befürchten ist allerdings, dass es im kommenden Jahr wieder eine leichte Zunahme der Verschuldungshäufigkeit geben könnte"
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